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rezension "die macht des richtigen friseurs"

Aussen Prada -
Innen leer?


ISBN: 2-930279-41-9
EAN: 9782930279411
Preis: Fr. 29.80
€ 22.80, zuzüglich Versandkosten

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17.6.10: Artikel schwyzkultur.ch, pdf
26.5.10: Satire Europäisches Rettungspaket oder copypasteurisierte Selbstbestimmung
28.4.10: Paolo Tuminelli im Handelsblatt über Aussen Prada-Innen Leer? in brillanter Kolumne „Model 10 – für Narzisse unwiderstehlich“
13.4.10: "Mut zum Amt": Regula Stämpfli zu "Aussen Prada-Innen leer?"
Schwäbisch Post (nur via Zeitungsarchiv zugänglich)
16.3.10: Telezüri: Hugo Bigi und Regula Stämpfli reden über das neue Buch
April 2010: Coopzeitung Buchaktion
4.3.10: Offenburg, „Klug, unterhaltsam und schlagfertig“ – Lesung zu „Aussen Prada innen leer“

Die Macht des richtigen Friseurs

über Bilder, Medien und Frauen
ISBN: 2-930279-37-0
Preis:
Fr. 29.80 / € 22.80

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22.10.09: „Nur dumme Leute langweilen sich“ – Porträt im „Der Landbote“ zum Stadtalk in Winterthur mit Karin Landolt, pdf
23.2.09: Philosophicum Feminismus heute, pdf
Dezember 08: Zeitschrift punktum (Verbandszeitschrift des Schweizerischen Berufsverbands für Angewandte Psychologie SBAP), Dezember 2008, Rezension von Ursula Steinebach, pdf
8.9.08: Lesung Spiez, pdf
"Die Lust und das Bild": Falls Sie mehr wissen wollen, lesen Sie die Kapitel von Regula Stämpfli "Blut ist ein ganz besonderer Saft" und "Liebe in Zeiten der Grausamkeit" in "Das Buch im Gespräch".
30.6.08: Rezension von Philosoph Arne Willée, Bonn
26.6.08: Talktäglich in Tele Züri:" In Ihrem aktuellen Buch philosophiert Regula Stämpfli über Bilder, Medien und Frauen und warum Berühmtheiten fürs “nichtstun” Millionen kassieren. Ein Einblick in das neuste Werk der scharfzüngige Analytikerin heute Abend im “TalkTäglich”.
1.6.08: "Buch im Gespräch": Regula Stämpfli und Daniel Kehlmann zur Euro 08 in der Schweiz und in Österreich
30.3.08: Femina: Faut-il cesser de fêter les anniversaires? pdf
2.3.08: TV-Sendung: "west.art am Sonntag", Regula Stämpfli zu ihrem Buch und zum Thema "Mein Körper gehört mir", in 3 Teileln - Total 85 Minuten.
19.2.08: Unfaire, unkorrekte Medienberichterstattung - der Fall "Das Magazin", siehe rhetorik.ch, pdf
16.12.07: "Persönlich", DRS1: Christophe Keckeis und Regula Stämpfli
7.12.2007: Empfehlung auf rhetorik.ch
1.12.07: SSM-Gazette, Interview Philipp Cueni
1.12.07: Kleiner Film zum Buch, rebell.tv
8.12.09: Yvette Anhorn rezensiert Stämpfli für die Ostschweizerinnen

Vom Stummbürger zum Stimmbürger

Das Abc zur Schweizer Politik
2003, 192 Seiten, gebunden
ISBN 3-280-05016-2
Preis:
Fr. 39.80 / € 24.–

Rezensionen von:
Claude Longchamp, pdf
Rezension von Lisa Schmuckli, pdf

Mit der Schürze zur Landesverteidigung

Frauenemanzipation und Schweizer Militär 1914-1945
2002, 290 Seiten, gebunden
ISBN 3-280-02820-5
Preis:
Fr. 59.– / € 35.50

Rezensionen von:
Perlentaucher März 2003
NZZ, 28.6.03
Dr. Werner Seitz, Friedensrat
Dr. Gesine Fuschs, Gleichstellungs-stelle Basel-Land

Armee, Staat und Geschlecht

Die Schweiz im internationalen Vergleich 1918-45
Chronos Verlag, Zürich
2003, 252 Seiten, gebunden
ISBN 3034005733,
Preis: € 24,90

Rezensionen von:
Perlentaucher März 2003
NZZ, 28.6.03
Dr. Werner Seitz, Friedensrat
Dr. Gesine Fuschs, Gleichstellungs-stelle Basel-Land

by more-design.ch

von Philosoph Arne Willée

Die verschiedenen Aspekte im Buch "Die Macht des richtigen Friseurs" sind hochaktuelle Phänomene des Wandels von Medien und Werten, denen zur Zeit jeder Mensch ausgesetzt ist. Konfusionen und Irritationen darüber sind unvermeidlich. Umso schöner, dass die Autorin eine Schneise durch das Wertselbstvergessene Chaos pflügt und die Phänomene aus einer distanzierten, reflektierten Sicht aus deutet und somit einen Leitfaden für den geschichtslosen Menschen der Jetztzeit an die Hand gibt.

Auch wenn ich nicht immer die Meinung der Autorin teile und ihr engagiertes Schreiben für mich manchmal einen zu starken Eigenimpuls entwickelt, hat die Auseinandersetzung mit diesem Buch meine Gedanken zu den verschiedenen Themen stark beflügelt. So beflügelt, dass ich der Denkanleitung der Autorin mit eigenen Rückmeldungen folge und ihre Gedanken mit eigenen Positionen mische.

Einen grundlegenden philosophischen Wandel, den die Politikwissenschaftlerin in verschiedenen Konzepten beobachten, wie das Aufgehobenwerden eines gesellschaftlichen Repräsentationsmodells durch ein Identitätsmodell, oder das Besetzen von Feldern der Sprache durch die Biologie, leuchten mir offenkundig ein und decken sich mit meinen eigenen Beobachtungen.

Auch eine „Verdinglichung der Lebenszusammenhänge“ kann ich sehen, bewerte diese Entwicklung aber nicht per se negativ, wie auch die messende Verfahren und die mit ihnen einhergehenden Wissenschaften, die unter dem Stichwort „Teleskop“ zusammengefasst werden.

Vielmehr zeigt sich hierin doch eine konsequente Fortsetzung zum Einen einer Anti-antropomorphistischen Wahrnehmung und zum Anderen, eine Technik, die uns den zivilisatorischen Wohlstand ermöglicht und über dessen Vorhandensein wir nicht entscheiden können. Konfliktfrei bleiben diese Themen dadurch natürlich nicht, aber einen Unterschied zwischen den Phänomenen und ihrer Interpretation, was ihre Geltung anbelangt, muss
berücksichtigt werden. Zumal die ethische Sphäre nicht alle Bereiche Überformen kann. Doch dazu später etwas mehr.

Verwoben mit der Technikkritik ist die Medienkritik. Menschen lesen weniger Bücher, neue Medien sind zwar schnell dafür oft unredigiert. Es kommt zu einer Beliebigkeit der Information. Der Medienwandel scheint für die starken Veränderungen von Bewusstsein, Werten und Verhalten maßgebend zu sein. Ich schließe mich hier einer Prognose Marshall McLuhans an, der schon in den 1960ern eine so genannte „Thermostatgesellschaft“ vorhersagte.

Durch die widerstandslos aufgegebene Trennung von Privatsphäre und einer Sphäre der Öffentlichkeit zugunsten eines ungetrennten nur im Erleben-Seiendem Subjekts, welches sich nur für seine privaten Befindlichkeiten interessiert, entsteht eine große Gruppe geschichtsloser, „am Pfahle des Augenblicks gebundene“, um mit Nietzsche zu sprechen, von Entertainment-Medien abhängige Menschen. Da diese keine Selbstdistanz erzeugen wollen oder können, ist bei ihnen auch kein kritisches Denken entfaltbar. Diese große Gruppe wird nun von einer kleineren Gruppe, die noch sequenziell denken kann, d.h. auch noch Bücher lesen kann, gelenkt. Sie stellt den Thermostat für die von ihnen Abhängigen ein.

Das ist keine schöne Vorstellung, auch wenn der abhängige Teil, sich mit einer gewissen Freiwilligkeit in sein Schicksal ergibt, aber ich halte diese Vorhersage für nicht unwahrscheinlich. Um die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios zu dämpfen müsste man die heutige Hauptarbeit auf eine Medienerziehung richten. Wie diese genau aussehen sollte, kann ich hier leider nicht darlegen. Zumindest sollten kritische Kompetenzen mit allen Medien erworben werden. Hier wäre es auch besonders wichtig Medien, die stärkere Reize auslösen einem Kind erst nach den Medien, die schwächere Reize ausüben und mehr Konzentration verlangen vertraut zu machen.

Dass das Bücherlesen in der Masse eher Rückläufig werden wird, lässt sich aufgrund der erweiterten Medienwirklicheit nicht verhindern. Ermöglicht wird diese soziale Konstellation mit einen durch Technik gesicherten Wohlstand, der dem einzelnem Subjekt viel Freizeit lässt und einem liberalen politischen Systems, welches ihm die Freiheiten für seine individuelle Entfaltung gibt.

In seiner Rede zum 50. Todestages Friedrich Nietzsches stellt Gottfried Benn Nietzsche als Vorläufer eines „vierten Menschen“, dessen Epoche Benn heraufziehen sah, dar: „der Mensch ohne moralischen und philosophischen Inhalt, der den Form- und Ausdruckprinzipien lebt“. Dieser „vierte Mensch“ zeigt das Ende einer Wert-Entwicklung an, die eine gesteigerte Selbstbezüglichkeit mit sich bringt und in eine abstrakte Lebensweise mündet.

Dass Werte und Lebensweisen zusammenhängen ist sicher. Nur impliziert dies nicht, dass diese Entwicklung wertnegativ bewertet werden muss, da sich der Werthorizont historisch immer verschiebt. Wollen wir jedoch an teilweise verwirklichten Werten der Aufklärung, wie die Willensfreiheit und an einer Selbstverantwortlichkeit festhalten, so bleibt als einzige Möglichkeit die Setzung in den Imperativ und die gegenseitige Ermunterung, sowie die Anerkennung als moralische und verantwortliche Personen.

Leider bin ich in meiner Ausführung recht allgemein geblieben und konnte auf viele Einzelheiten nicht mehr eingehen. Hier sei aber noch soviel gesagt: "Die Macht des richtigen Friseurs ist eine fruchtbringende und genussvolle Lektüre und mit dem wunderbar treffenden Ausdruck hat die Autorin in dem Neologismus „Hormontheologie“ erschaffen und Vieles mehr.


Arne Willée

Philosoph
Bonn


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